Aktuell

Für die nächste Zeit hat WARTEZEITFUER diese Fläche der Kunst gewidmet. Sie sehen derzeit ein Werk der Frankfurter Künstlerin Martina Elbert, die sich analytisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen Facetten unseres Landes auseinander setzt. Teilweise kritisch, aber immer auf eine ansprechende Art und Weise umgesetzt.

Die aktuelle Arbeit von Martina Elbert evoziert eine Spannung zwischen einem Stacheldrahtkranz und Kerzen in Gehirnform. Hier lohnt es sich auf jeden Fall in der Wartezeit auf dem Bahnsteig seinen eigenen Gedanken kreisend Raum zu geben.

„DENKWÜRDIGE .ZEIT.EN.“  © Martina Elbert 2025

Das Gehirn aus Kerzenwachs als Metapher für erleuchtetes Denken? Ein Denken welches vom Stacheldraht umgeben oder gar eingeschlossen ist?

In welche „DENKWÜRDIGE .ZEIT.EN.“ sind wir involviert? Die Wachsgeformten Hirne als Sinnbild für die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz. Die Kerzen, die sich im Laufe der Zeit verflüssigen, symbolisieren den vergänglichen Charakter des Denkens und Lebens selbst.

Der menschliche Geist ist zwar lichtvoll, kreativ und reflektierend, aber auch gleichzeitig eingeschränkt durch äußere Strukturen – Ideologien, Überwachung oder soziale Zwänge. Unser Bewusstsein thront auf dem Stacheldraht-Kranz, der auf den Kontext von Krieg, Gefangenschaft und Ausgrenzung verweist. Er dient auch als Barriere, die das individuelle und kollektive Unbewusste und Bewusstsein errichtet haben, um traumatische Erinnerungen zu verdrängen und zu kontrollieren.

„DENKWÜRDIGE .ZEIT.EN.“ als Abbild der inneren Arbeit, die jeder Mensch mit sich führt: Die Suche nach Sinn, die Angst vor dem Schmerz und die Hoffnung durch das Licht des Bewusstseins die Dunkelheit der Erinnerung, als auch der Zukunft perspektivisch zu erhellen.

Ausstellung Dezember 2025 – April 2026

Weitere Arbeiten der Künstlerin finden Sie hier auf dem Bahnsteig in der zweiten Vitrine oder unter > www.wartepositionen.art

Alle Fotos „Aktuell“ © Martina Elbert, VG Bild Kunst 2025